Die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes Jena hat begonnen!

Die grüne Lunge des Kernbergviertels: Das Gartenland zwischen Hildebrand- und Treunertstraße

Im Frühjahr 2013 wollte die Stadt Jena einen Bebauungsplan für das Gartenland zwischen Hildebrandstraße, Treunertstraße, Saarbrücker Straße, Luise-Seidler-Straße und Neunkirchner Straße aufstellen. Umgehend gründete sich die Bürgerinitiative ProKernberge, mit dem Ziel, die drohenden massiven Eingriffe in Jenas grüne Berge zu verhindern.

amtliche topografische Karte

Amtliche topographische Karte des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation des Freistaats Thüringen: 5035 Jena
http://geoportal.geoportal-th.de/dtk25/5035/5035_col.tif, Ausschnitt

 

 

 

Der Ausschnitt aus der amtlichen topographischen Karte zeigt den heutigen Zustand: Wie eine grüne Lunge ragt das Gartenland in die bebauten Teile des Kernbergviertels hinein. Es sorgt für den im Sommer so bitter nötigen Kaltluftzustrom für die Innenstadt von Jena, bietet zahlreichen Vogelarten, Fledermäusen, Füchsen und anderen wilden Tieren Heimat und dient den Bürgern als Erholungsgebiet, sei es als Garten, sei es als Grünfläche.

Der Flächennutzungsplan für das Kernbergviertel: Planung für die Zukunft

Jedoch ist es für die Stadtplanung wichtig, eine perspektivische Zukunftsplanung zu machen: Wie sollen Flächen in Zukunft genutzt werden, um den sich wandelnden Bedürfnissen einer wachsenden Stadt gerecht zu werden? Diese Zukunftsplanung wird in einem so genannten Flächennutzungsplan (FNP) dargestellt. Auf dem aktuell noch gültigen FNP, Stand 2005, verabschiedet 2006, ist das derzeitige Gartenland rosa unterlegt, d. h. als Wohnbaugebiet vorgesehen.

FNP

 

Flächennutzungsplan Jena, Ausschnitt, Stand 2005 (aktuell gültig). https://www.jena.de/fm/1727/fnp-genehmigt-klein.pdf 

 

 

 

In den letzten fünf Jahren wurden in Jena verschiedene Planungskonzepte erarbeitet und vom Stadtrat beschlossen, u. a. die im Vorfeld intensiv diskutierten Papiere Stadtteilentwicklungskonzept Ost (STEK Ost) und andere Stadtteilentwicklungskonzepte, der Landschaftsplan, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und das Papier Wohnen in Jena 2030, bei denen die Bürgerinitiative ProKernberge und der Ortsteilrat Kernberge die Stimmen der Bürger und Bürgerinnen zugunsten des Erhalts des Gartenlandes und der Grünzäsur zwischen dem Kernbergviertel und Ziegenhain eingebracht haben. In diesen Prozessen wurde deutlich, dass der FNP einer Überarbeitung bedarf.

Daher fasste der Stadtrat im November 2017 einen entsprechenden Beschluss, und am 21. Februar 2018 waren die Ortsteilbürgermeister und –räte zur Auftaktveranstaltung ins Rathaus eingeladen und erhielten Informationen über die einzelnen Schritte des Prozesses, der vom Büro Quaas-Stadtplaner aus Weimar gesteuert wird. Da zahlreiche Interessen aus Bürgerschaft und Wirtschaft miteinander abgeglichen werden müssen, werden mindestens vier Jahre (bis 2022) für den Fortschreibungsprozess veranschlagt. Dabei sieht die Stadt Jena eine Bürgerbeteiligung vor, die über das gesetzlich geforderte Maß hinausgeht.

Aufruf zur Bürgerbeteiligung

Dem erklärten Interesse der Mitglieder der Bürgerinitiative ProKernberge zufolge sollte die Zukunftsplanung der Stadt Jena es vorsehen, die grüne Lunge des Kernbergviertels zu erhalten. Dann würde im neuen Flächennutzungsplan das derzeit vorgesehene rosa Wohngebiet in einen grün unterlegten Bereich in Fortsetzung der grünen Hänge der Kernberge umgewandelt.

amtl. topogr. Karte

 

Die topographische Karte als mögliches Modell für neuen FNP des Kernbergviertels

Amtliche topographische Karte des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation des Freistaats Thüringen: 5035 Jena
http://geoportal.geoportal-th.de/dtk25/5035/5035_col.tif; Ausschnitt


Nach Auskunft des Stadtentwicklungsdezernenten Denis Peisker ist es jedoch ganz im Gegenteil Ziel der Fortschreibung, neues potentielles Bauland auszuweisen.

Daher ist es eminent wichtig, dass die Bürger und Bürgerinnen des Kernbergviertels den Prozess der Fortschreibung des FNP aufmerksam begleiten und ihre Interessen deutlich zu Gehör bringen – nicht nur über den Ortsteilrat, der zur Stellungnahme gebeten werden wird, sondern vor allem über das vorgesehene direkte Bürgerbeteiligungsverfahren. Die Bürgerinitiative ProKernberge wird dazu informieren.

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